Best practice für InnerSource und Continuous Learning bei siticom: Test-Automation Bootcamp

Aktualisiert: 3. Juni

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Das martialische Wort Bootcamp klingt erst einmal nach Druck: In kürzester Zeit müssen Neuzugänge fähig sein, in Projekten mitzuarbeiten und erfahrene Kollegen in neuen Tools ausgebildet werden – und das möglichst effizient. Unser Test-Automation Bootcamp leistet das, funktioniert jedoch völlig ohne Drill-Sergeant; möglich gemacht, durch einen ausgeprägten InnerSource-Gedanken im Team. #robotframework #innersource #learning


Was ist das Bootcamp und warum wurde es ins Leben gerufen?


Egal ob Neuzugang als Software-Entwickler, Netzwerk-Techniker oder langjähriger DevOps-Kollege: Jeder kann bei siticom plötzlich mit Test-Automatisierung in Kontakt kommen und hat einen kaum kalkulierbaren Kenntnisstand dazu. Also ab ins Bootcamp: Basis ist ein sehr gut dokumentiertes Tutorial rund ums Thema. Im Fokus steht Robot Framework, ein Komplex von Open-Source-Tools, die zum Testen und Automatisieren von Softwareprozessen verwendet werden können.


Was ist Robot?


Robot Framework wird in großem Umfang als Testwerkzeug für die akzeptanztestgetriebene Entwicklung (ATDD) in einer Vielzahl von Anwendungen und zunehmend auch für die Robotic Process Automation eingesetzt. Seine Ursprünge liegen bei Nokia, und es wird derzeit von der gemeinnützigen Robot Framework Foundation unterstützt. ​​​​​​​

"Ich habe gemerkt, ich muss mein Wissen besser weitergeben. Anstatt jetzt aber jedem einzelnen Schritt für Schritt, jede Woche, wie in der Schule, immer das gleiche zu erklären, habe ich einfach Sachen aus der täglichen Arbeit als Aufgabe gestellt und dann gesagt ‚macht mal‘. Und jetzt läuft das ganz von allein."

Julius Hüther, Network Solution Expert


Wie ist es entstanden und wie ist das Bootcamp inzwischen organisiert?


Angefangen mit einer kleinen Stichwortsammlung zum Thema, ist binnen nur eines Jahres ein kleines didaktisches Meisterwerk aus verknüpften Informationen und Aufgabenstellungen entstanden, deren Lösungen sofort als Praxisreferenz im Projekt dienlich sein können.


Das Geheimnis: Das Formulieren von Teilaufgaben und die Dokumentation der Lösungen übernehmen dabei die Teilnehmer selbst, statt dass es von den Mentoren fest vorgegeben wird. Jeder Teilnehmer ist gleichzeitig auch Weiterentwickler der Schulung.


"Nach dem Bootcamp sind die Teilnehmer auf einem Stand, ab dem sie mitreden können – egal wo sie herkommen. Man merkt dann einfach, wer es gemacht hat und wer nicht."

​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​Stanislaw Sauer, Student Assistant



"Es sind realistische Szenarien. Es wird nicht einfach etwas vorgekaut, sondern man hat den Raum, selbst zu lernen. Keiner wird bestraft, wenn man einmal in die falsche Richtung denkt."

Sandro Voncenti, Student Assistant



Die Stärke des Formats liegt in der flexiblen Ausrichtung auf die individuellen Kenntnisse und Arbeitsweisen der Teilnehmer. Nicht nur der Inhalt ist maximal modular gestaltet. Auch gibt es kein definiertes Ende des Programms: Die Lernenden entwickeln sich eigenverantwortlich und ein Übergang zu Aufgaben des Projektes beim Kunden findet nahtlos statt, sobald die notwendigen Kenntnisse vorhanden sind. Berufsanfänger und Studenten sind dadurch motiviert und gleich auf Augenhöhe mit den Kollegen. Gleichzeitig fühlen sich erfahrene Mitarbeiter nicht in einer Schulungs-Situation. Jeder kommentiert und erweitert auf seine Weise sowohl die Aufgabenstellungen, und gestaltet mit, wie Lösungen formuliert und dargestellt werden.


​​​​​​​Zwar gibt es einen Test Automation Standup, bei dem Fragen zum Bootcamp diskutiert werden könnten, Hilfestellungen bekommen die Teilnehmer aber meist im spontanen Dialog. Hier zeigt sich auch der Vorteil der Methode für die Mentoren: durch die wenig abstrakten, projektnahen Aufgaben, ist Unterstützung beim Bootcamp organisch ein Teil der täglichen Arbeit.

Auszug einer Aufgabe aus Part 2 des Bootcamps: Robot Framework



"Meistens haben die Fragen derer, die gerade dran sitzen, irgendetwas damit zu tun, womit wir sowieso gerade beschäftigt sind. Das stört also nie.“​​​​

Julius Hüther, Network Solution Expert ​​​​​​


"Ich wusste am Anfang gar nichts. Ich habe dann einfach jedes Problem aufgeschrieben und selbst dokumentiert, von dem ich glaube, dass es irgendwie dazugehört."​​​​​​​

Stanislaw Sauer, Student Assistant



Inhalt des Bootcamps


Momentan können die Teilnehmer je nach Interesse und Kenntnisstand in verschiedene Module einsteigen: ​​​​​​​

  1. Networking Fundamentals: Grundlegendes Verständnis und Umgang mit der Benötigen Software Umgebung wie GNS3, Wireshark, Robot Framework und einer sinnvollen VS Code Umgebung.

  2. Advanced Networking: Vom ersten selbst programmierten Test über Connectivity- und Routing-Tests, bis zur Dokumentation mit LibDoc. Außerdem Troubleshooting und weitere Lektionen mit Wireshark pyATS und Genie.

  3. Automated Testing: Die tatsächliche Automatisierung mit Robot Framework mit einer großen Zahl Best-Practices.


Darüber hinaus gibt es noch das „Advanced Lab“, ein Bereich für spezielle Test-Cases oder besonders raffinierte Lösungen aus der Praxis, meist von den Erfahreneren Kollegen vorgestellt.​​​​​​​

"Du bekommst echte Probleme gestellt, da lernt man einfach mehr. Das ist das erste Mal, dass ich das so in einem Unternehmen sehe."​​​​​​​​​​​

​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​Stanislaw Sauer, Student Assistant


"Für mich ist das jetzt auch nicht vorbei, ich arbeite weiter daran es zu verbessern z.B für andere Themen wie 5G oder Infrastructure as Code."

Sandro Voncenti, Student Assistant



Der Aufbau einer interaktiven Dokumentation war bis jetzt jedoch schon ein voller Erfolg und wir freuen uns, dass das Beispiel auch in anderen Projekten und Fachgebieten Schule macht.



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